Verschiedene Fördermöglichkeiten für Flüchtlingskinder in Memmingen und im Unterallgäu

7.10.2015 Landkreis Unterallgäu. Die zunehmende Zahl an Kindern und Jugendlichen aus asylsuchenden Familien stellt auch die Schulen in Memmingen und dem Unterallgäu vor eine Herausforderung.

„Wir sind auf die Situation jedoch gut vorbereitet“, sagte Schulamtsdirektorin Elisabeth Fuß jetzt in der Sitzung des Unterallgäuer Kreistags. Die Grund- und Mittelschulen hätten Lehrerstunden erhalten und man habe verschiedene Unterstützungsangebote entwickelt.

Laut Fuß besuchen derzeit 335 Kinder von Asylbewerbern die 35 Grund- und 16 Mittelschulen im Schulamtsbezirk. Die Schulamtsdirektorin erläuterte den Kreisräten, wie die Schüler dort gefördert werden. Zum Schuljahresbeginn habe man an zwei Schulen – der Grundschule Mindelheim und der Bismarckschule (Mittelschule) in Memmingen – jahrgangsgemischte Übergangsklassen eingerichtet. In diese gehen ausschließlich Schüler ohne oder mit sehr geringen deutschen Sprachkenntnissen.

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Darüber hinaus gibt es Fuß zufolge an der Mindelheimer Grundschule und der Memminger Elsbethen-Grundschule je zwei jahrgangsreine Deutschförderklassen, in denen Schüler ohne ausreichende Deutschkenntnisse in ausgewählten Fächern getrennt von ihren deutschsprechenden Klassenkameraden unterrichtet werden. An anderen Schulen lernen die Flüchtlingskinder laut der Schulamtsdirektorin in extra Lehrerstunden oder in speziellen Kursen die deutsche Sprache. Für jüngere Kinder in Kindertagesstätten habe man Vorkurse eingerichtet, die in Zusammenarbeit zwischen den Erzieherinnen und Grundschullehrkräften stattfinden. Ferner seien viele Angebote entstanden, die helfen, die Schüler zu integrieren, zum Beispiel gemeinsame Spiele- und Bastelstunden. „Es ist beeindruckend, was in kurzer Zeit alles auf die Beine gestellt wurde“, sagte Landrat Hans-Joachim Weirather.

Weitere Themen aus dem Kreistag in Kürze

Landratsamt stockt Personal auf

Weil der Flüchtlingsstrom nicht abreißt, muss das Landratsamt sein Personal aufstocken. In diesem und im kommenden Jahr sollen 27 neue Mitarbeiter eingestellt werden. Diese sollen die mit dem Thema Asyl befassten Sachgebiete am Landratsamt – die Ausländerbehörde, das Kreisjugendamt und das Sozialamt – verstärken. Um die neuen Stellen schaffen zu können, beschloss nach dem Kreisausschuss jetzt auch der Kreistag einstimmig eine Nachtragshaushaltssatzung, also eine entsprechende Anpassung des Haushalts- und Stellenplans.

Änderung der Gebühren für Altholz und Glaswolle

Einige Anpassungen der Abfallgebührensatzung hat nach dem Umweltausschuss nun auch der Kreistag einhellig beschlossen. So können Privathaushalte künftig bis zu einen Kubikmeter Altholz kostenlos am Wertstoffhof abgeben. Möbelaltholz ist wie bisher bis drei Kubikmeter gebührenfrei. Sperrmüll kann bei Bedarf in Zukunft auch ohne Sperrmüllkarte gegen Gebühr abgeholt werden. Die Entsorgung von Glas- und Steinwolle an der Umladestation Breitenbrunn wird etwas günstiger. Die Abgabe von nicht verwertbarem Bauschutt wie zum Beispiel Glasbausteinen an der Bauschuttdeponie Breitenbrunn wird teurer. Außerdem wurde die Abfallwirtschaftssatzung geringfügig geändert. Die neuen Regelungen gelten ab 2016.

Neue Satzung für Bürgerbegehren erlassen

Die Satzung zur Durchführung von Bürgerbegehren und Bürgerentscheiden im Unterallgäu wird der aktuellen Rechtslage angepasst. Dafür hat sich der Unterallgäuer Kreistag einstimmig ausgesprochen.