Rückblick: 10 Jahre Jobcenter im Landkreis Lindau

21.1.2015 Lindau (Bodensee). Seit 1. Januar 2005 ist das „Zweite Buch Sozialgesetzbuch“, in der Umgangssprache auch Hartz IV – Gesetz genannt, in Kraft. Damals wurden Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammengelegt.

Landrat Elmar Stegmann und der Vorsitzende der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen, Peter Litzka, haben gemeinsam mit Rüdiger Schälter, dem Leiter des Jobcenters Lindau, Bilanz über diese 10 Jahre gezogen. Diese fiel überwiegend positiv aus. Vor allem die gute Zusammenarbeit zwischen der Agentur für Arbeit und dem Landkreis wurde von allen hervorgehoben.

So konnten aufgrund des konstruktiven Miteinanders zwischen Agentur und Landkreis, der starken Ausrichtung auf die Förderung des Einzelnen, aber auch aufgrund der guten Wirtschaftslage in den vergangenen Jahren, überdurchschnittlich viele langzeitarbeitslose Menschen wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen. Dazu der Leiter des Lindauer Jobcenters Rüdiger Schälter: „Waren im April 2007 im Landkreis Lindau noch 2.518 Menschen auf Grundsicherungsleistungen angewiesen, so waren es im Dezember 2014 nur noch 1.733.“ In diese Zahl eingerechnet sind die arbeitsuchenden beziehungsweise erwerbsfähigen Leistungsberechtigten und die Kinder, die gemeinsam in sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben. 2,7 % der Menschen des Landkreises im Alter von 15 bis 65 Jahren erhalten derzeit Grundsicherungsleistungen, oder im allgemeinen Sprachgebrauch üblich Hartz IV-Leistungen.

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Der Arbeitsmarkt hat sich im Landkreis Lindau in den letzten Jahren erfreulich robust entwickelt. Mehr Menschen stehen in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. „Die gestiegene Beschäftigung ist auch Menschen zu Gute gekommen, die „Hartz IV“-Leistungen erhielten. Aktuell sind im Jobcenter 40 Prozent weniger Menschen arbeitslos als vor zehn Jahren“, so Peter Litzka von der Agentur für Arbeit.

Trotzdem haben die Mitarbeiter des Jobcenters zu kämpfen: Einerseits wurde in den letzten Jahren durch den Bund das Eingliederungsbudget kontinuierlich reduziert und andererseits wurden die anfangs schlank gehaltenen bürokratischen Vorgaben immer weiter ausgebaut. Für Landrat Elmar Stegmann ist unter diesen Voraussetzungen ein rein durch den Landkreis geführtes Jobcenter, ein sogenanntes Optionsmodell, nicht mehr attraktiv: „Der Bundesgesetzgeber und die Rechtsprechung wollten die Einzelfallgerechtigkeit immer weiter ausbauen.“ Das Resultat: 70 Gesetzesnovellierungen seit der Einführung im Jahr 2005. „Der sinnvolle Ansatz einer pauschalierten Leistungsgewährung und damit der Stärkung der Eigenverantwortung der Leistungsbezieher ist damit praktisch weitgehend aufgegeben.“


Rückblick: 10 Jahre Jobcenter im Landkreis Lindau

21.1.2015 Lindau (Bodensee). Seit 1. Januar 2005 ist das „Zweite Buch Sozialgesetzbuch“, in der Umgangssprache auch Hartz IV – Gesetz genannt, in Kraft. Damals wurden Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammengelegt.

Landrat Elmar Stegmann und der Vorsitzende der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen, Peter Litzka, haben gemeinsam mit Rüdiger Schälter, dem Leiter des Jobcenters Lindau, Bilanz über diese 10 Jahre gezogen. Diese fiel überwiegend positiv aus. Vor allem die gute Zusammenarbeit zwischen der Agentur für Arbeit und dem Landkreis wurde von allen hervorgehoben.

So konnten aufgrund des konstruktiven Miteinanders zwischen Agentur und Landkreis, der starken Ausrichtung auf die Förderung des Einzelnen, aber auch aufgrund der guten Wirtschaftslage in den vergangenen Jahren, überdurchschnittlich viele langzeitarbeitslose Menschen wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen. Dazu der Leiter des Lindauer Jobcenters Rüdiger Schälter: „Waren im April 2007 im Landkreis Lindau noch 2.518 Menschen auf Grundsicherungsleistungen angewiesen, so waren es im Dezember 2014 nur noch 1.733.“ In diese Zahl eingerechnet sind die arbeitsuchenden beziehungsweise erwerbsfähigen Leistungsberechtigten und die Kinder, die gemeinsam in sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben. 2,7 % der Menschen des Landkreises im Alter von 15 bis 65 Jahren erhalten derzeit Grundsicherungsleistungen, oder im allgemeinen Sprachgebrauch üblich Hartz IV-Leistungen.

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Der Arbeitsmarkt hat sich im Landkreis Lindau in den letzten Jahren erfreulich robust entwickelt. Mehr Menschen stehen in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. „Die gestiegene Beschäftigung ist auch Menschen zu Gute gekommen, die „Hartz IV“-Leistungen erhielten. Aktuell sind im Jobcenter 40 Prozent weniger Menschen arbeitslos als vor zehn Jahren“, so Peter Litzka von der Agentur für Arbeit.

Trotzdem haben die Mitarbeiter des Jobcenters zu kämpfen: Einerseits wurde in den letzten Jahren durch den Bund das Eingliederungsbudget kontinuierlich reduziert und andererseits wurden die anfangs schlank gehaltenen bürokratischen Vorgaben immer weiter ausgebaut. Für Landrat Elmar Stegmann ist unter diesen Voraussetzungen ein rein durch den Landkreis geführtes Jobcenter, ein sogenanntes Optionsmodell, nicht mehr attraktiv: „Der Bundesgesetzgeber und die Rechtsprechung wollten die Einzelfallgerechtigkeit immer weiter ausbauen.“ Das Resultat: 70 Gesetzesnovellierungen seit der Einführung im Jahr 2005. „Der sinnvolle Ansatz einer pauschalierten Leistungsgewährung und damit der Stärkung der Eigenverantwortung der Leistungsbezieher ist damit praktisch weitgehend aufgegeben.“