FIS Weltcup Skispringen der Damen 25.1.2015

26.1.2015 Oberstdorf/Oberallgäu. Wieder jubelt eine Österreicherin

Wieder landet Carina Vogt auf Platz zwei

Und wieder erklang am Ende eines Skisprung-Weltcups in Oberstdorf die österreichische Hymne. Daniela Iraschko-Stolz vom WSV Eisenerz-Steiermark triumphierte nach ihrem Erfolg vom Samstag auch heute vor 2300 Zuschauern an der Normalschanze am Schattenberg.
Mit 97,5 und 89,5 Metern gewann die Österreicherin vor Olympiasiegerin Carina Vogt, die den erhofften Erfolg beim Heim-Weltcup um nur 0,6 Punkte verpasste.

Die 22-Jährige aus Degenfeld bekam bei starkem Rückenwind im zweiten Durchgang die schlechteren Haltungsnoten und musste sich wie am Vortag mit dem zweiten Platz begnügen. Dritte wurde die Kanadierin Taylor Henrich, die beide Qualifikationswettbewerbe gewann und in Oberstdorf ihr erstes Weltcup-Podium feierte. Die anderen DSV-Springerinnen konnten zum Leidwesen von Bundestrainer Andreas Bauer nicht überzeugen und verpassten deutlich die Top Ten.

WERBUNG:

„Insgesamt sind wir mit dem Wochenende aber super zufrieden“, so der 51-jährige Oberstdorfer, der sich deutlich dafür aussprach, dass auch künftig Frauen-Weltcups am Bundesstützpunkt veranstaltet werden. Auch der Skiclub Oberstdorf bekräftigte in Person von Präsident Dr. Peter Kruijer seine Bereitschaft und seinen Wunsch, die weltbesten Skispringerinnen auch in den nächsten Jahren im Allgäu zu begrüßen.

Daniela Iraschko-Stolz (Platz 1/Österreich): „Heute war es extrem eng – der echte big fight zwischen Carina und mir. Wir haben gestern nicht zu viel versprochen. Ich glaube, mein zweiter Sprung war nicht schlecht. Ich hatte eine gähnende Leere nach dem Absprung und dann kam grüne Linie. Diese Linie gefällt mir gut – vor allem, wenn man drauf oder drüber springt. Für die Zuschauer ist es nicht so schön, wenn es nur auf 89 Meter geht, aber die Hill-Size bei 106 Metern liegt. Davon waren wir heute alle weit entfernt. Ein langer Anlauf wie in Oberstdorf streut die Leistung sehr. Für mich ist das nicht so schlimm, weil ich absprungstark bin. Aber die Weiten heute spiegeln nicht das wider, was das Damenskispringen inzwischen ausmacht. Ich habe jetzt das Gelbe Trikot und damit die Favoritenrolle bei meinem Heimweltcup in Hinzenbach. Mit so viel Rückenwind war es extrem schwierig.“

Stimmen zum Weltcup:

Carina Vogt (2. Platz/SC Degenfeld): „Ich bin schon ein bisschen ärgerlicher als gestern über den zweiten Platz. Vor dem Wettkampf habe ich nicht gedacht, dass ich an zwei Tagen gleich zweimal aufs Podium komme. Heute war es deutlich knapper an der Spitze. Aber es hat wieder nicht geklappt. Es war heute schwieriger wegen des Rückenwinds. Ich habe aber meine Sprünge und meine Technik abgerufen und bin mit meiner Leistung zufrieden. Ich habe über die Jahre einen guten Weg gefunden, mich auf den Sprung vorzubereiten. Meine jetzige Form will ich bis zur WM durchbringen. Dann kommt am Ende auch wieder was Gutes raus. Das wäre dann die Belohnung für das, was ich mir im Sommer erarbeitet habe.

Taylor Henrich (3. Platz/Kanada): „Ich bin glücklich, hier zu sein. Es ist alles gut gelaufen für mich. Mein Ziel für die nächsten Weltcups und die WM ist klar: Ich will weitere Podiumsplätze. Skispringen, nicht nur das Frauen-Skispringen, ist in meiner Heimat Kanada definitiv nicht bekannt. Ich selber bin zum Skispringen gekommen, weil meine Mutter mich für ein Sommercamp angemeldet hat. Das hat mir so gut gefallen, dass ich dabei geblieben bin.“

Gianina Ernst (Platz 23/SC Oberstdorf): „Ich bin nicht zufrieden, habe mir mehr erwartet und erhofft. Aber nicht jeder Wettkampf läuft gleich gut und es wird andere Wettkämpfe geben. Momentan fehlt mir etwas der Rhythmus, an dem muss ich noch arbeiten. Mehr kann ich momentan nicht dazu sagen.“

Bundestrainer Andreas Bauer: „Ich bin hochzufrieden. Beim Heim-Weltcup zweimal ein zweiter Platz für Carina Vogt, das ist schon toll. Heute war es mit sechs Zehntel Punkteabstand extrem eng. Diese Duelle an der Spitze machen es aus. Schade, dass der Rest sich nur zwischen Rang 20 und 30 eingeordnet hat. Aber die Arbeit soll ja nicht ausgehen. Ich hätte mir allerdings etwas mehr Anlauf gewünscht. Der K-Punkt liegt bei 95 Metern und die Schanze gibt locker 100 Meter her. Wir wollen schließlich auch ein bisschen Spannung liefern. Und wir haben ja den Gate-Faktor. Also könnte man auf diese Weise nachsteuern, wenn der Rückenwind derart stark ist. Unser Sport ist spannender geworden, weil es keine Dauergewinnerinnen mehr gibt. Den Veranstaltern müssen wir ein großes Kompliment machen. Sie haben ein tolles Umfeld geschaffen und neue Standrads gesetzt. Es wäre wünschenswert, wenn man den Weltcup hier in Oberstdorf etablieren würde.“