Coronavirus: Landkreis Lindau veröffentlicht ab sofort wöchentlich Zahlen zur aktuellen Entwicklung der Corona-Infektionen

30.10.2020 Lindau (Bodensee). Der Landkreis Lindau veröffentlicht ab sofort einmal pro Woche auf der Landkreis-Webseite unter dem Navigationspunkt „Aktuelle Informationen zum Coronavirus“ Zahlen zur aktuellen Entwicklung der Corona-Infektionen im Landkreis Lindau.

Veröffentlicht werden die Infektionszahlen pro Gemeinde. Die Anzahl der getesteten Personen in der Teststation wird ebenso angegeben, wie aktuelle Quarantänefälle und eine Einschätzung des Infektionsgeschehens allgemein. Die Informationen werden immer freitags aktualisiert.

„Die Infektionszahlen sind auf einem so hohen Niveau, dass auch in kleinen Gemeinden eine Zuordnung nicht mehr so leicht möglich ist. Wir können nun auch mit Blick auf den Datenschutz die Zahlen veröffentlichen und damit für mehr Transparenz sorgen“, begründet Landrat Elmar Stegmann diese Entscheidung.

WERBUNG:

Bis jetzt hatte das Landratsamt mit Verweis auf die vielen kleinen Gemeinden im Landkreis keine detaillierten Zahlen veröffentlicht, da Betroffene immer wieder von Stigmatisierungen berichtet hatten.

„Mir ist im Zuge der Transparenz auch wichtig, dass unsere Bürgerinnen und Bürger wissen, was bei uns intern los ist“, so Stegmann bei einem Pressegespräch.

Die Arbeitsbelastung im Landratsamt ist aufgrund des Corona-Geschehens sehr hoch. Aktuell arbeiten 83 Mitarbeiter, davon 18 externe Kräfte an der Bewältigung der vielfältigen Aufgaben.

Ein ganzes Stockwerk im Dienstgebäude in der Bregenzer Straße ist ausschließlich dem Corona-Team vorbehalten, andere Fachbereiche mussten deshalb umziehen und trotzdem wird der Platz wieder knapp. Viele Mitarbeiter sind an ihrer Belastungsgrenze. Seit Beginn der Pandemie sind tausende von Überstunden aufgelaufen.

Einige Beispiele aus dem täglichen Arbeitsablauf: Alle Quarantänefälle müssen täglich abtelefoniert werden, den ganzen Tag über treffen parallel neue positive Testergebnisse ein und sofort beginnt die Ermittlung und Eingruppierung der Kontaktpersonen. Sind Schulen oder Einrichtungen betroffen, so müssen aufgrund der oft hohen Anzahl von Betroffenen alle Kräfte gebündelt werden.

Reihentestungen müssen organisiert, Bescheinigungen für die Quarantäne erstellt und betroffene Menschen beruhigt werden. An einem durchschnittlichen Tag werden hier etwa 1000 Telefonate geführt. Nicht selten endet der Arbeitstag erst spät am Abend – und das auch am Wochenende.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Info-Hotline sind für die Bürgerinnen und Bürgern an 7 Tagen die Woche da, klären offene Fragen, geben Hilfestellung und haben ein offenes Ohr für die individuellen Probleme. Hier werden derzeit täglich durchschnittlich 300 Anliegen telefonisch geklärt und insgesamt wurden seit Einrichten der Hotline etwa 1.250 E-Mail-Anfragen beantwortet.

Das Fachteam Corona prüft spezielle rechtliche Fragestellungen, wie beispielsweise im Bereich des Versammlungsrechts und organisiert oft sehr kurzfristig die Umsetzung von weiteren Corona-Vorgaben. Jüngstes Beispiel war die Organisation von weiteren Laborkapazitäten für die wöchentlichen Tests der Grenzpendler. Das Team ist außerdem Schnittstelle für organisatorische Fragen rund um das Testzentrum oder die Ärzteschaft.

Die Bereiche Personal, Organisation und IT stellen die Infrastruktur bereit, suchen weiteres Personal und führen Beschaffungen aus.

Unter Leitung von Landrat Elmar Stegmann koordiniert eine Führungsgruppe sämtliche Aufgaben. „Darüber hinaus spiegle ich auch laufend die Entwicklungen hier vor Ort nach München“, so der Landrat. „Auch wenn ich nicht jedes Schreiben beantworten kann, so nehme ich die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger sehr ernst.“

Allgemeine Informationen zum Coronavirus gibt das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit unter der Nummer 09131 6808-5101.

Eine Hotline der Staatsregierung gibt unter der Nummer 089-122 220 Auskunft zu allen Fragen rund um das Corona-Geschehen.