2.12.2020 – Kassiererin verhindert in Kempten fortgesetzten Callcenterbetrug

3.12.2020 Kempten im Allgäu. Am Mittwochmittag wurden die Beamten der Polizeiinspektion Kempten von einer aufmerksamen Kassiererin eines Drogeriemarktes informiert, dass ein älterer Herr soeben Google-Play-Karten im Wert von mehreren Hundert Euro kaufen wollte. Sie bewahrte den Mann damit vor einem fortgesetzten Betrug.

Bis zum Ansprechen durch die aufmerksame Angestellte des Drogeriemarktes, hatte der 83-Jährige bereits Karten im Wert von 2.500 Euro erworben. Ferner hatte er bereits zuvor telefonisch die Codes zweier Karten im Wert von insgesamt 1.000 Euro an den unbekannten Täter herausgegeben.

Hätte die Angestellte des Drogeriemarktes nicht so umsichtig reagiert und den älteren Herrn auf die Vielzahl der Karten und deren hohe Beträge angesprochen, wäre ihm ein noch deutlich höherer Schaden entstanden.

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Dass die Betrüger über die 1.000 Euro hinaus keine weitere Beute machen konnten, hat der Senior in diesem Fall dem vorbildlichen Handeln der Kassiererin der Drogerie zu verdanken.

In diesem Zusammenhang bittet die Polizei darum, dass Mitarbeiter von Geschäften, Tankstellen und Geldinstituten, in denen sogenannte Guthabenkarten verkauft werden, hellhörig werden, wenn ältere Menschen diese erwerben wollen. Sie sollten sie darauf hinweisen, dass sie eventuell Opfer einer Betrugsmasche geworden sind und ebenfalls sollte über Notruf die Polizei benachrichtigt werden.

(PP Schwaben Süd/West, 13:35 Uhr, DG)

Polizei warnt vor falschem Gewinnversprechen

Es stellte sich heraus, dass ein unbekannter Täter telefonischen Kontakt zu dem 83-jährigen Mann aufgenommen und ihm einen Lotto-Gewinn in Höhe von über 300.000 Euro versprochen hatte. Zuvor müsse der angebliche Gewinner jedoch eine Steuer in Höhe von 4.000 Euro zahlen. Diese solle er in Form von Google-Play-Karten begleichen.

Die Masche

Die Vorgehensweise der Callcenterbetrüger ist der Polizei bestens bekannt. Die Anrufer melden sich mit der freudigen Ankündigung eines Gewinns und spielen auf Gewinnspielteilnahmen der Angerufenen in der Vergangenheit an. Durch geschickte Gesprächsführung vermitteln sie, dass nur noch eine Hürde zwischen den Angerufenen und dem Gewinn steht: die vermeintlichen Gebühren, Steuern oder Notarkosten.
Die entsprechenden Gewinne existieren nicht, die Gebühren werden über anonyme Bezahlmethoden sofort transferiert – meist ins Ausland.

Das Phänomen

In der Stadt Kempten und im Landkreis Oberallgäu erbeuteten Anrufbetrüger mit falschen Gewinnen in diesem Jahr bereits rund 37.000 Euro. 2019 waren es rund 50.000 Euro. Insgesamt wurden in diesem Bereich 170 bekannt.

Die Empfehlungen

Die Polizei rät:

•Machen Sie sich bewusst: Wenn Sie nicht an einer Lotterie teilgenommen haben, können Sie auch nichts gewonnen haben!

•Sensibilisieren Sie Ihre Angehörigen zu dem Thema

•Geben Sie niemals Geld aus, um einen vermeintlichen Gewinn einzufordern und zahlen Sie keine Gebühren.

•Machen Sie keinerlei Zusagen am Telefon.

•Geben Sie niemals persönliche Informationen weiter: keine Telefonnummern und Adressen, Kontodaten, Bankleitzahlen, Kreditkartennummern oder Ähnliches.

•Fragen Sie den Anrufer nach Namen, Adresse und Telefonnummer der Verantwortlichen, um welche Art von Gewinnspiel es sich handelt und was genau Sie gewonnen haben. Notieren Sie sich seine Antworten.

Symbolfoto (© Bayerische Polizei)